| Text der Eröffnungsrede von Felix Antonini
Willkommen zur Vernissage der Ausstellung Skulpturen [ ] Räume der Bildhauergruppe Kunstverhau!
Mein Name ist Felix Antonini und mit großer Freude hat mir die Gruppe als Freund die Aufgabe gegeben, Sie heute Abend mit einigen Bemerkungen neugierig zu machen, auf Skulpturen [ ] Räume – Sie einzuladen, mit den Künstler:innen ins Gespräch zu kommen und offen zu sein für Freude, Überraschung, Nachdenklichkeit.
Die Welt nicht als Aggressionspunkt begreifen, den man sich erobern, sich zu eigen machen muss, sondern als Resonanzfeld sehen, das einen anspricht, das auf einen wirkt, das man sich – im besten Fall – anverwandeln kann, ist für mich in diesen Zeiten eine sowohl tröstende, als auch ansprechende Geisteshaltung, die ich mit meinen Gedanken an die Bildhauerwerke der Skulpturen [ ] Räume verbinde.
Denn hier merken wir ganz natürlich: das noch so heftige Streben nach dem perfekten ästhetischen Genuss kann nicht erzwingen, dass ein Kunstwerk in der eigenen Vorstellungswelt einen Stellenwert bekommen darf. Hingegen die Unterhaltung mit den Kunstschaffenden, die plötzliche Erinnerung an eine angenehme Begebenheit in der Kindheit, ausgelöst etwa, durch eine Reflexion in der Oberfläche einer Plastik, sind Dinge die – wenn man im metaphorischen Sinn bereit ist zu hören – einen ansprechen und uns so, den eigenen Widerhall in der Welt – unsere Resonanz ermöglichen.
Gerade wenn wir um uns herum immer mehr das Aggressionsprinzip wahrnehmen, sollten wir wach sein für Anregung und Resonanz. Vor einigen Wochen – mitten hinein in die organisatorische Planung von Kunstverhau zu dieser Ausstellung – habe ich als Anregung Rica Zimmermann, Roland Moroff, Susanna Mayer, die heute leider verhinderte Katharina Braun und Tanja Antonini ziemlich unverschämte Fragen gestellt, zu dem, was meine Begrüßungsworte mit Ihnen heute eigentlich machen sollen. Der Widerhall auf diese Anregung: fünf eigenständige und unterschiedliche Künstler:innen, sind diese Bildhauergruppe Kunstverhau!
Dies werden auch Sie in Skulpturen [ ] Räume ganz natürlich erfahren, wenn Sie sich einfühlen in die jeweilige Bildsprache, Ihrer emotionalen Intelligenz die Zeit verschaffen, die Figur auf sich wirken zu lassen. Wenn sie die Dreidimensionalität der Figur wie von selbst dazu anregt, nicht starr vor dem Werk zu stehen, sondern Ihre Bewegung im Raum als zum Werk dazugehörend zu erkennen.
Kunst darf, muss aber nicht flach sein. Was nicht flach ist hat Körper, Material, Schwere, Nicht-Schwere, Schichten, einen Prozess von Nicht-Sein zum Sein-im-Raum. Wie ist das geschehen, was war der Grundgedanke dabei?
Fünf eigenständige und unterschiedliche Künster:innen. In der Gruppe Kunstverhau ist gerade darum Raum für Anregung und Resonanz. Und mit dieser Resonanz kann – wie wir heute sehen können – auch in der grobstofflichen Welt Wirkung entstehen: Dieser phantastische Ausstellungsraum für Skulpturen:Räume steht uns offen, wir haben Licht, die Sockel sind herangetragen, Schweiß ist geflossen, Plakate und Einladungen haben sich materialisiert, wir haben Essen und Trinken und wir sind alle hier versammelt.
Jetzt sind Tanja Antonini, Susanna Mayer, Roland Moroff und Rica Zimmermann neugierig, was Sie heute über die Figuren der Skulpturen [ ] Räume erfahren, welche Gedanken, Erinnerungen, Fragen, Träume auftauchen über die Brüchigkeit des Lebens, Humor, Bilder, die wir von uns selbst machen. Lassen sie sich von der freudigen Aufregung von Kunstverhau anstecken!
Vielen Dank an die Gruppe Kunstverhau!“
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